Mehr Platz für mehr Kinder

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Angesichts der wachsenden Einwohnerzahl steigt auch die Nachfrage nach Kinderbetreuungseinrichtungen. Mit der Aufstockung des bestehenden Kindergartens II und der Erweiterung des Kindergartens III setzt die Marktgemeinde Gratkorn ein deutliches Zeichen.

Betrachtet man die demographische Entwicklung, so stellt man fest, dass sich die Einwohnerzahl mit jedem Jahr erhöht hat, vor allem jüngere Familien ziehen nach Gratkorn. Dadurch entsteht mittlerweile ein großer Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen. „Um die Eltern hierbei zu unterstützen, wurde nun ein Ausbau der Kinderbetreuung im Haushaltsvoranschlag 2019 eingeplant“, sagt Bürgermeister Helmut Weber und fügt hinzu: „Das Ziel ist es, die Betreuungsquote in unserer Gemeinde weiter zu erhöhen“. Anfang April haben die Umbauarbeiten im Kindergarten II begonnen. Die derzeit dreigruppige Kinderbetreuungseinrichtung für insgesamt 64 Kinder wird nun aufgestockt, d. h. es wird ein weiteres Geschoss daraufgesetzt, der Altbau bleibt allerdings bestehen. Aufgrund der statischen Voruntersuchung wird diese Aufstockung in Holzbauweise erfolgen. „Bei der Projektplanung wurden sowohl die Auflagen der Kindergartenbehörde als auch die Wünsche der Kindergartenleitung mitberücksichtigt“, so Bürgermeister Weber. Dem Umbauplan zufolge werden im Erdgeschoss drei Kindergartengruppen mit insgesamt 75 Kindern untergebracht. Zudem ist der Einbau eines Speisesaals sowie eines Experimentierraumes eingeplant und der Garderobenraum im Erdgeschoss wird umgestaltet. Abgesehen davon wird der gesamte Kindergarten barrierefrei gemacht und mit einem Aufzug ausgestattet.

Im Obergeschoss werden Räumlichkeiten für drei Kinderkrippengruppen mit insgesamt 42 Kindern geschaffen. Damit sollen die Krippenkinder etwas für sich sein und in den Räumlichkeiten auch dann Schlaf fnden können, wenn die älteren Kinder lautstark im Erdgeschoss spielen. Eine große überdachte Spielterrasse ergänzt das Raumprogramm. „Der Kindergarten verfügt dann über mehr Platz für mehr Kinder“, so Weber zum Aufstockungsprojekt, dessen Fertigstellung mit Schulbeginn 2019/2020 vorgesehen ist. Die FundamentierungsFundamentierungs
arbeiten wurden bereits abgeschlossen, die Hohldielendecken aufgelegt und die Leichtbauwände aufgestellt. „Wenn mit der Eröffnung im Herbst alles wie erwartet funktioniert, kann die Gemeinde wieder allen Kindern aus Gratkorn einen Kindergartenplatz anbieten. Im vergangenen Jahr mussten sehr viele Kinder im Kindergartenalter auf die Warteliste gesetzt werden. Das möchten wir in Zukunft natürlich vermeiden“, fügt Weber hoffnungsvoll hinzu. 

Ein weiteres Vorhaben in Hinblick auf die Optimierung der Kinderbetreuungssituation in Gratkorn ist die Adaptierung des Kindergartens III. Mit dem Beginn der Sommerferien wird der Kindergarten III, der aktuell aus einer Kindergarten- und einer Kinderkrippengruppe mit insgesamt 39 Kindern besteht, im Zuge eines Zubaus um eine Kindergartengruppe für 25 Kinder erweitert. „Mit dem Zubau wird der Kindergarten so gestaltet, dass es eine größere Zentralküche sowie eine Zentralgarderobe geben wird“, erläutert Bürgermeister Weber das Vorhaben, „darüber hinaus sind ein zusätzlicher Gruppenraum mit 60 m2, ein Kleingruppenraum mit 30 m2 sowie Sanitärräumlichkeiten für die 3. Gruppe vorgesehen.“

In der wunderbaren Welt der Worte

Er war das größte Vorlesefest der Steiermark überhaupt – der von Landesrätin Ursula Lackner initiierte 3. Steirische Vorlesetag, der Ende Mai das ganze Land in eine riesengroße Open-Air-Vorlesebühne verwandelt hat.

An mehr als 100 Orten gab es bunte Veranstaltungen für Familien, bei denen das Vorlesen für Kinder im Mittelpunkt stand.

Auch LR Ursula Lackner hat bereits einen kleinen Beitrag zum „Größten Vorlesebuch der Steiermark“ beigesteuert.

Dank der Beteiligung zahlreicher PartnerInnenorganisationen – vom Flughafen bis zur Oldtimer-Bim, vom Tierpark bis zum Schwimmbad, von der Bibliothek bis zum Museum – war das Programm umfangreicher denn je!Zugleich wurde das „Größte Vorlesebuch der Steiermark“ aus der Taufe gehoben, für das viele Kinder gleich Geschichten und Zeichnungen beigesteuert haben. Es wird nun auf eine bücherheldenhafte Reise geschickt und auf dieser Wanderschaft laufend mit neuen Seiten befüllt werden. Und so wird das Buch im Format 1 x 0,7 Meter immer dicker. „Alle können diesem Buch beim Wachsen helfen. Ob persönliche Grußbotschaften, neue spannende Geschichten zu den Bücherheldinnen und Bücherhelden oder einfach nur ein nettes Lese-Foto – in der wunderbaren Welt der Worte ist alles erlaubt“, lädt Lackner zum Mitmachen ein.

Mit ihrer Leseoffensive „Bücherheldinnen. Bücherhelden. Lesen mehr als Worte“ will die Landesrätin für Bildung und Gesellschaft Kindern von 0 bis 10 Jahren zeigen, dass Lesen nicht nur schlau, sondern auch Spaß macht. Außerdem geht es darum, auch bei den Erwachsenen ein Bewusstsein für die Bedeutung des Vorlesens zu schaffen. Als „BotschafterInnen“ für das (Vor-) Lesen sind zu diesem Zweck Pirat Harald Holzbein, Hexe Conny Clax und ihre Freunde aus der bunten BücherheldInnen-Bande auf unterschiedlichste Weise in der Steiermark präsent.

Günstig & nachhaltig

Eine Rekordbeteiligung an Ausstellern und Besuchern verzeichnete der Flohmarkt für Kindersachen in Kalsdorf, der von den SPÖ-Frauen organisiert wurde.

„Ich mag daran die Nachhaltigkeit“, sagt Bürgermeister Manfred Komericky. „Die Leute können günstige Baby- und Kindersachen kaufen und gleichzeitig kommen junge Familien in Kontakt. 

Morgenstund‘ hat Gold im Mund.

Kinder wachsen sehr schnell aus allem heraus, da sind die guten Stücke zum Wegwerfen zu schade.“ Einen Bummel durch die Second Hand-Meile auf dem Schulhof machten u.a. Bürgermeisterin a.D. Ursula Rauch, Werndorfs Bürgermeister Willi Rohrer, GR Magdalena Schlachter (Seiersberg-Pirka), Oliver Süss (Sozialistische Jugend) und LAbg. Oliver Wieser.

Dringend erforderlich

Im Vergleich zu den Vorjahren zeigt der „6. Kinderbetreuungsatlas“ der AK Steiermark zwar leichte Verbesserungen auf, es besteht aber noch Luft nach oben.

Von 287 steirischen Gemeinden erfüllen 126 (2018: 124) die Kriterien für die „Kategorie A“: „Für diese Kategorie müssen eine Betreuungseinrichtung für Kinder unter drei Jahren, ein Ganztageskindergarten und eine Nachmittagsbetreuung für Volksschulkinder vorhanden sein“, erklärt Bernadette Pöcheim, Leiterin des AK-Frauenreferats.

B. Pöcheim & J. Pesserl. FOTO: AK Stmk

Seltener sind Gemeinden, die den zusätzlichen Kriterien des „Vereinbarkeitsindikators für Familie und Beruf“ (VIF) gerecht werden. „Nur“ 57 Gemeinden haben Betreuungsangebote für Kinder von 0 bis zehn Jahren mit Öffnungszeiten, die beiden Elternteilen eine Vollzeitbeschäftigung ermöglichen. In diese „Kategorie 1A“ fallen in unserer Region  Gratwein-Straßengel, Gratkorn, Frohnleiten, Deutsch feistritz, Stattegg, Seiersberg-Pirka, Feldkirchen, Kalsdorf, Hart, Raaba-Grambach, Bärnbach, Voitsberg und Söding-St. Johann. 

Kampf gegen Mobbing

Mobbing beginnt mittlerweile schon im Kindergarten und kann bereits in der Volksschule in den 3. und 4. Klassen zu massiven seelischen und körperlichen Verletzungen von Kindern führen.

Ein wesentlicher Grund für Mobbing liegt in der mangelnden bzw. fehlenden Befriedigung von menschlichen Grundbedürfnissen – Sicherheit (Orientierung), Bindung (Liebe und Nähe), Freiheit (Selbstwirksamkeit), Spaß (Neugierde) und  Anerkennung (Erfolg, Respekt).

Mobbing gemeinsam stoppen!

Präventionsexperte Günther Ebenschweiger, Geschäftsführer von „aktivpräventiv – Plattform für Kriminalprävention, Wissenstransfer und Vernetzung“ und Präsident des Österreichischen Zentrums für Kriminalprävention, fasst zusammen: Mobbing braucht einen „Zwangskontext“, also z. B. eine Klasse oder Gruppe. Ein „Machtungleichgewicht“, also zumindest eine Schülerin, einen Schüler, die oder der sich nicht ausreichend wehren kann. Die „Wiederholung g“, das bedeutet, es dauert Wochen, Monate oder Jahre. Die „Absicht“, das heißt Mobbing hat für die Gruppe - MobberIn und VerstärkerInnen - einen Nutzen, und zuletzt „Hilflosigkeit“, das Opfer kann sich nicht zur Wehr setzen. „Um (Cyber)Mobbing zu reduzieren und Opfer zu identifzieren – und ihnen somit auch helfen zu können – bedarf es einer Präventionsausbildung und unverzichtbar auch einer systemischen Interventionsausbildung“, so Ebenschweiger. Ausschlaggebend für den Erfolg im Kampf gegen Mobbing seien eine professionelle Ausbildung sowie das kognitive, emotionale und methodische Wissen aller Beteiligten. „Es braucht aber auch den Mut zu sagen, dass ohne Eltern-, ohne Familienförderung im Umgang mit Medien und Kompetenz diese Form der brutalen Gewalt weiter zunehmen wird. Und es braucht für Organisationen – hier ganz besonders für Kindergärten und Schulen mit dem organisatorischen, politischen und medialen Umfeld – ‚Masterpläne‘, wie die Strukturen zu reagieren haben“, so Ebenschweiger abschließend.

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  • Dieser Inhalt ist: Redaktioneller Beitrag
Letzte Änderung am Donnerstag, 04 Juli 2019 17:54

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