Jeder Mensch kann ein Leben retten

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Allein in Europa und den USA sterben jährlich rund 700.000 Menschen, weil sie bei einem akuten Herz-Kreislauf-Stillstand nicht rechtzeitig wiederbelebt werden. Dabei zählt jede Sekunde: Der Start der Wiederbelebungsmaßnahmen durch Laien noch vor dem Eintreffen der Rettung verdreifacht die Überlebensrate.

Da das Gehirn schon nach drei bis fünf Minuten ohne funktionierende Sauerstoffversorgung beginnt, eine schwerwiegende Schädigung zu erleiden, ist ein frühzeitiger Reanimationsbeginn durch Laien und Ersthelfer entscheidend für das Überleben. In den vergangenen Jahren wurde die Anwendung vereinfacht, so wird weniger Wert auf die Beatmung als auf die schnelle und richtige Herzmassage - also Kompression des Brustkorbes (Thoraxkompression) - gelegt. Da bei einem akuten Kreislaufstillstand das Blut zunächst ja noch eine ausreiche Sauerstoffsättigung aufweist, ist die Wiederherstellung der Zirkulation des Blutes das primäre Ziel. Damit muss nicht sofort mit der Mund-zu-Mund-Beatmung begonnen werden, vor der Laien oft zurückschreckten.

Was ist zu tun?

Richtig vorgehen mit dem „P-R-D“-Konzept

1. Prüfen: Vergewissern Sie sich, dass Sie sich ohne Gefahren nähern können. Überprüfen Sie, ob die kollabierte Person antwortet. Neigen Sie den Kopf nach hinten, heben Sie das Kinn und kontrollieren Sie die Atmung. Wenn die Person nicht oder nicht normal atmet, ist eine Herzdruckmassage erforderlich.

2. Rufen: Rufen Sie 144 an und folgen Sie den Anweisungen. Wenn jemand anwesend ist, der helfen kann, bitten Sie ihn, 144 anzurufen und wenn möglich einen Defibrillator zu holen. Die Herzdruckmassage ist das Wichtigste für das Überleben. Unterbrechen oder verzögern Sie sie deshalb nicht.

3. Drücken: Legen Sie beide Hände auf die Mitte des Brustkorbes. Drücken Sie 100-120 Mal/Minute 5 bis max. 6 cm tief zum Rhythmus von „Stayin’ Alive“. Falls Sie geschult sind, geben Sie immer zwei Atemspenden nach 30 Kompressionen, andernfalls drücken Sie kontinuierlich weiter auf die Brust.

Drücken Sie fest und schnell. Keine Sorge, Sie können keinen Schaden anrichten. Wenn ein Defibrillator verfügbar ist, schalten Sie diesen sofort ein und folgen Sie den Anweisungen.

Wenn die Rettungskräfte eintreffen, drücken Sie solange weiter, bis Sie aufgefordert werden aufzuhören.

Die Wahrheit dahinter

Die Steiermärkische Gebietskrankenkasse in Zahlen: 730.191 Beitragsleistende, 229.854 mitversicherte Angehörige, insgesamt 960.045 Anspruchsberechtigte - das sind rund 77 Prozent der steirischen Bevölkerung. 4,9 Millionen Euro werden pro Tag für Versicherungsleistungen aufgewendet. Der Verwaltungsaufwand liegt bei rund 29 Millionen Euro im Jahr, das sind gerade einmal 1,59 Prozent. Wo soll da noch eingespart werden?

In Österreich sind übrigens nur 4.000 von 8,8 Millionen Menschen Gebietskrankenkasse in Zahlen: 730.191 Beitragsleistende, 229.854 mitversicherte Angehörige, insgesamt 960.045 Anspruchsberechtigte - das sind rund 77 Prozent der steirischen Bevölkerung. 4,9 Millionen Euro werden pro Tag für Versicherungsleistungen aufgewendet. Der Verwaltungsaufwand liegt bei rund 29 Millionen Euro im Jahr, das sind gerade einmal 1,59 Prozent. Wo soll da noch eingespart werden? In Österreich sind übrigens nur 4.000 von 8,8 Millionen Menschen ohne Krankenversicherung – ein Wert, der europaweit einzigartig ist. Laut einer Eurostat-Befragung (Statistisches Amt der Europäischen Union) aus dem Jahr 2016 liegt die Unzufriedenheit mit der medizinischen Versorgung und dem Zugang dazu hierzulande bei einem Spitzenwert von 0,2 %.

„Da stellt sich schon die Frage, warum ein funktionierendes System zerstört werden muss, um ein anderes einzuführen, von dem man nicht weiß, ob es überhaupt funktioniert und ob es wirklich besser ist. Wobei eine Weiterentwicklung in evolutionären – nicht revolutionären – Schritten ja in unserem Interesse ist“, meint STGKK-Obmann Josef Harb.

Stichwort Leistungsharmonisierung, die bereits Realität ist, oder Gesundheitsreform 2013: „Da ging es aber darum, zu schauen, wo es Verbesserungspotenzial gibt und dann Verbesserungen im Sinne der Versicherten umzusetzen. Die jetzige Reform zielt ausschließlich auf Strukturen im Hintergrund.

Der politische Einfluss soll verschoben werden – und zwar nicht nur der parteipolitische sondern auch der standespolitische hin zur Arbeitgeberseite und das ist demokratiepolitisch nicht unbedenklich.“ Die drei wesentlichen Ziele des neuen Sozialversicherungs-Organisationsgesetzes, das mit 1. Jänner 2019 in Kraft tritt, sind die Strukturreform der Sozialversicherung, die Senkung der Lohnnebenkosten und die Verbesserung der Rahmenbedingungen für private Anbieter von Gesundheitsdiensten.

Josef Harb: „In Wahrheit läuft es entweder auf Leistungsverschlechterungen oder Selbstbehalte hinaus.“ FOTO: STGKK/Wrann

Dass es dann allerdings nur mehr fünf Sozialversicherungsträger – ÖGK, PVA, AUVA, SVS und BVAEB – geben wird, entspricht nicht den Tatsachen, denn mit zusätzlichen vier Betriebskrankenkassen, 15 Krankenfürsorgeanstalten und dem Notariat sind es immer noch stolze 25!

„Wirklich fair wären eine Kranken- bzw. Gesundheitsversicherung, eine Pensionsversicherung und eine Unfallversicherung“, hält Josef Harb dem entgegen.

Der neue ÖGK-Versicherungsmoloch für rund sieben Millionen Menschen birgt zudem das Risiko, dass die Verwaltung teurer und der Verwaltungsaufwand höher wird und es zu einer Verschlechterung der medizinischen Versorgung kommt.

Auf Landesebene sind in der Folge auch Arbeitsplätze gefährdet: „Als regional verankerter Sozialversicherungsträger haben wir darauf geachtet, dass unsere lokalen Anbieter eine faire Chance kriegen. Wenn alle Aufträge zentral von Wien aus vergeben werden, bedeutet das mittelfristig einen massiven Verlust steirischer Arbeitsplätze.“ Immerhin hat die STGKK 2100 Vertragspartner – steirische Betriebe mit tausenden Beschäftigten.

Es geht aber vor allem auch um die Interessen der Versichertengemeinschaft, betont Harb: „Im bisherigen System waren die Arbeitgeber zu einem Fünftel vertreten, nun ist aus diesem Fünftel die Hälfte geworden. Dabei machen die Arbeitgeberbeiträge nur 29 % der Einnahmen der Gebietskrankenkassen aus, die restlichen 71 % setzen sich aus Dienstnehmerbeiträgen, Selbstbehalten und sonstigen Erträgen zusammen.“

Die Verwaltungskosten von Österreichs Krankenkassen sind übrigens die niedrigsten im OECD-Raum – entsprechende Einsparungen in

Milliardenhöhe in diesem Bereich völlig unmöglich. „Es ist für mich sehr, sehr schwierig, zur Tagesordnung überzugehen und zuzuschauen, wie es in einem der besten Gesundheitsversorgungssysteme der Welt zu wesentlichen Verschlechterungen kommt“, so Josef Harb, der als SPÖ-Gemeinderat in Gratwein-Straßengel nach wie vor auch gemeindepolitisch verankert ist: „Aber wir werden alles uns Mögliche tun, um unser solidarisches Gesundheitssystem, den niederschwelligen Zugang dazu und das qualitativ hohe Niveau aufrecht zu erhalten.“

Wer profitiert von dieser Reform?

  • Niedrigere Beiträge – für die Dienstgeber!
  • Mehrheit der Stimmen in der Selbstverwaltung – für die Dienstgeber!
  • Beitragsprüfung nur noch vom Finanzamt Leistungsharmonisierung – aber nicht für Beamte und Selbstständige!
  • Einsparung in Milliardenhöhe bei gleichzeitigem Leistungsausbau – das kann sich nicht ausgehen!
  • Gravierender Wertschöpfungsverlust für die Steiermark
  • Privatisierung des Gesundheitssystems fördert die Mehrklassenmedizin


Wie verhält es sich wirklich?

  • In der gesamten Sozialversicherung gibt es 848 Funktionäre – nicht 2.000, wie die Regierung behauptet.
  • 90 Prozent der Funktionäre arbeiten ehrenamtlich! Für die Versicherten beträgt der jährliche Aufwand für alle Funktionäre gerade 40 Cent.
  • Das genannte Einsparungspotenzial von einer Milliarde Euro in der Verwaltung ist völlig unmöglich.

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Letzte Änderung am Dienstag, 04 Dezember 2018 08:57

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