Schulsozialarbeit wird fortgesetzt

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Die Landesregierung hat die Mittel für weitere drei Jahre Schulsozialarbeit in allen sieben steirischen Bildungsregionen beschlossen. „Damit bekommen PflichtschülerInnen auch weiterhin jedes Jahr rund 65.500 Stunden zusätzliche Unterstützung“, freut sich Bildungslandesrätin Ursula Lackner über die Zustimmung zu ihrem Antrag. Und die Steiermark behält ihre österreichweite Vorreiterrolle bei der Schulsozialarbeit.

SchülerInnen dabei helfen, ihr individuelles Leben besser zu bewältigen und sie in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit und ihrer Kompetenzen zu unterstützen – dieses Ziel bildet die Grundlage des Projektes „Schulsozialarbeit in der Steiermark“, das im Herbst 2015 nach einer Pilotphase landesweit gestartet ist.

Nachdem mit dem vergangenen Schuljahr die Verträge mit den durchführenden Organisationen ausgelaufen sind, kam es zur Neuausschreibung – und nun mit dem Beschluss zur Fortführung für zumindest drei weitere Jahre. 41 Vollzeit-Stellen finanziert das Ressort Bildung und Gesellschaft in Kooperation mit den regionalen Sozialhilfeverbänden und der Stadt Graz. Die Steiermark nimmt damit österreichweit eine Vorreiterrolle ein. Insgesamt sind mehr als 60 SchulsozialarbeiterInnen an mehr als 100 Schulstandorten im Einsatz. „Nirgendwo sonst in ganz Österreich kümmern sich so viele SchulsozialarbeiterInnen an so vielen Schulen so intensiv um so viele SchülerInnen“, betont Landesrätin Ursula Lackner. Rund 65.500 Stunden werden die SchulsozialarbeiterInnen in jedem Schuljahr leisten.

In Summe stehen für die drei Jahre 8,4 Millionen Euro dafür bereit. Fünf Millionen Euro (60 Prozent) kommen aus dem Ressort Bildung und Gesellschaft, 2,8 Millionen Euro (40 Prozent) von den Sozialhilfeverbänden in den Bezirken und der Stadt Graz. Ausgewählt wurden die mehr als 100 Schulstandorte, an denen Schulsozialarbeit geleistet wird, von den Bezirkshauptmannschaften, den Sozialhilfeverbänden und den Pflichtschulinspektoren der jeweiligen Regionen. „Die Initiative hat sich bewährt und ist in den letzten drei Jahren zum unverzichtbaren Bestandteil der steirischen Bildungslandschaft geworden“, weiß Lackner aus den vielen positiven Rückmeldungen von Leh
rerInnen, SchülerInnen und Eltern sowie den SchulsozialarbeiterInnen selbst. „Die Steiermark unterscheidet sich mit dieser und weiteren Initiativen von der Bundesregierung und geht bewusst einen anderen Weg, nämlich: Das System Schule mit seinen LehrerInnen und SchülerInnen sowie Eltern zu unterstützen, so gut es geht, während der Bund Mittel kürzt und den Integrationstopf nicht weiter verlängert“, unterstreicht Lackner den steirischen Weg.

Daten & Fakten:

An folgenden Schulen in GU wird die Schulsozialarbeit angeboten: NMS Peter Tunner Deutschfeistritz, PTS Deutschfeistritz, NMS Gratkorn, PTS Gratkorn, NMS Eggersdorf, PTS Eggersdorf, NMS Premstätten, NMS Kalsdorf, PTS Kalsdorf, NMS Hausmannstätten.

Schon 116 Gemeinden machen mit

„Buchstart Steiermark: mit Büchern wachsen“ ist ein von Bildungslandesrätin Ursula Lackner initiiertes Projekt für Städte und Gemeinden in Zusammenarbeit mit Öffentlichen Bibliotheken bzw. öffentlichen Einrichtungen wie Eltern­Kind­Gruppen, Eltern­Kind­Zentren etc. zur Sprach­ und Lesefrühförderung.

LR Ursula Lackner, Bgm. Johannes Wagner und Vbgm. Jörg Kurasch (re.) in der Bibliothek Frohnleiten. FOTO: Land Steiermark/Hartmann

Mit dem Projekt „Buchstart“ soll Familien und ihren Kindern ab sechs Monaten die faszinierende Welt der Bücher eröffnet und die Lust am Lesen geweckt werden.

Die Bibliotheken als Orte der Begegnung rücken in den Mittelpunkt. „Lesen können braucht Übung, also muss Lesen und Vorlesen zum Alltag jedes Kindes, jedes Jugendlichen – und damit jeder Familie gehören“, so Landesrätin Ursula Lackner.

Das Projekt „Buchstart Steiermark: mit Büchern wachsen“ ermöglicht es Gemeinden, mit Unterstützung des Bildungsressorts Kinder schon in ihren ersten Lebensmonaten mit einem Lese-Startpaket zu begrüßen. Es enthält nicht nur das erste Buch für das Kind, sondern unter anderem auch Informationsmaterial über die Bedeutung des Vorlesens, die Angebote der örtlichen Bibliotheken und vieles mehr. Finanziert wird das Projekt (Gesamtkosten: 77.000 Euro) vom Bildungsressort des Landes Steiermark, das 60 Prozent der Kosten übernimmt, und den Gemeinden, die pro Buchstartsackerl 2,70 Euro bezahlen. „Es ist ein Projekt für Städte und Gemeinden in Zusammen arbeit mit Öffentlichen Bibliotheken bzw. öffentlichen Einrichtungen wie Eltern-Kind-Gruppen, Eltern-Kind-Zentren etc. zur Sprach- und Lesefrühförderung. Da profitieren alle Beteiligten: Kinder und Eltern, aber auch die Gemeinden“, freut sich Lackner über das große Interesse: Bereits 116 Gemeinden – also fast jede zweite in der Steiermark – machen mit, darunter Frohnleiten, Gössendorf und Gratwein-Straßengel.

Mein erstes Buch!

Auch die Gemeinde Gratwein­Straßengel beteiligt sich am Projekt „Buchstart Steiermark“. Ziel dieser Aktion: Lesefrühförderung und ein Erstkontakt mit der Bücherei.

„Buchstart“ soll Familien und ihren Kindern ab 6 Monaten Türen in die faszinierende Welt der Bücher öffnen und die Lust am Lesen und Vorlesen wecken. Auch die Gemeinde Gratwein-Straßengel schenkt allen Kindern zwischen 6 Monaten und einem Jahr (ab Geburtsjahr 2018) eine Buchstart-Tasche und nimmt damit ihre familienpolitische Verantwortung wahr, Lesekompetenz von Beginn an zu fördern. Die große Bedeutung des Vorlesens ab dem Babyalter steht dabei im Mittelpunkt. Die Materialien werden vom Bildungsressort der Steiermärkischen Landesregierung zur Verfügung gestellt.

Die Gemeinde leistet einen Beitrag von 40 % pro Tasche. Die Übergabe der Buchstart-Taschen erfolgt beim 1. Adventlesefest am Freitag, dem 30. November um 15.00 Uhr in der Bibliothek.

Bibliothekar Herr Franz und Vzbgm. Doris Dirnberger. FOTO: MG Gratwein-Straßengel/Urdl-Neuhold

Die Volkshilfe hilft, wo sie kann

Jährlich zu Schulbeginn startet die Volkshilfe ihre österreichweite Schulstartaktion – auch heuer wurden wieder benachteiligte Familien unterstützt.

Wenn nach den Ferien die Schule beginnt, ist die Freude bei den Kindern meist groß. Bei den Eltern sieht es oft ganz anders aus: Weil der Schulanfang bis zu 300 Euro kosten kann, geraten viele Familien rasch an die Grenzen ihrer finanziellen Möglichkeiten. Etwa 268.000 Kinderund Jugendliche unter 19 Jahren sind armutsgefährdet, das sind 15 Prozent der Kinder in Österreich. In Kooperation mit Libro stellt die Volkshilfe daher bundesweit jährlich Gelder als Soforthilfe für sozial benachteiligte Familien zur Verfügung.

„Der Bedarf nach finanzieller Unterstützung ist da. Die Nachfrage steigt kontinuierlich, das ist ein Zeichen dafür, dass sich viele die Schule kaum leisten können“, weiß Karin Greiner, Vorsitzende der Volkshilfe Graz-Umgebung. „Die Volkshilfe hilft, wo sie kann. Die Politik ist allerdings in der Pflicht, für echte Verbesserung zu sorgen“, so Greiner. Auch die AK Steiermark unterstützt Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit geringem Familieneinkommen und deren Kinder ab der 9. Schulstufe durch eine Schulbeihilfe in Höhe von 250 Euro pro Schuljahr. Ab 15. Oktober 2018 kann wieder eine Beihilfe für das Schuljahr 2018/19 beantragt werden.

Finanzielle Hilfe zum Schulbeginn. FOTO: pexels.com

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  • Dieser Inhalt ist: Redaktioneller Beitrag
Letzte Änderung am Dienstag, 18 September 2018 11:13

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