Tiefengeothermie: OMV und Energie Steiermark bündeln Kräfte

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Erfolgreiche seismische Messkampagne als Grundlage für nächste Projektphase und Erkundungsbohrung 2026 Erfolgreiche seismische Messkampagne als Grundlage für nächste Projektphase und Erkundungsbohrung 2026 Foto: Energie Steiermark

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Wien/Graz, 01.07.2026 - OMV und Energie Steiermark bündeln ihre Kräfte, um die Tiefengeothermie in der Steiermark nutzbar zu machen und die Wärmewende aktiv voranzutreiben. Im Rahmen einer Veranstaltung präsentierten die beiden Unternehmen „Tiefenkraft“, ein gemeinsames Projekt von OMV und Energie Steiermark. Das gemeinsame Projekt zielt darauf ab, das geothermische Potenzial der Region zu bewerten. Langfristig könnte damit eine jährliche Bereitstellung von bis zu 670 GWh geothermischer Energie bis 2037 ermöglicht werden, welche rund 50 % der Fernwärmeversorgung im Großraum Graz entspricht.

Im Zeitraum von Februar bis April 2026 wurden seismische Messungen entlang einer rund 900 Kilometer langen Messstrecke durchgeführt. Die gewonnenen Daten werden derzeit ausgewertet und bilden die Grundlage für ein detailliertes Untergrundmodell sowie für die weiteren Projektschritte.

 


Fazit für Wärmewende: "Potenzial von bis zu 670 GWh pro Jahr bis 2037 – rund 50 % der Fernwärmeversorgung in Graz möglich."

Energie Steiermark & OMV

 

Berislav Gašo, OMV Executive Vice President Energy, sagt: “Die Nutzung von Erdwärme ist ein zentraler Baustein für eine unabhängige und klimaneutrale Wärmeversorgung in Österreich. Mit unserer Expertise in Geologie, Bohrtechnik und Projektentwicklung leisten wir einen zentralen Beitrag, um gemeinsam mit Energie Steiermark das geothermische Potenzial in der Region fundiert zu bewerten und damit die Basis für eine nachhaltige Wärmeversorgung zu schaffen.“

Nächster Schritt: Erkundungsbohrung „Petersdorf 2“ in St. Marein bei Graz

Mit dem erfolgreichen Abschluss der seismischen Kampagne tritt „Tiefenkraft“, ein gemeinsames Projekt von OMV und Energie Steiermark, planmäßig in die nächste Phase ein. Als nächster zentraler Schritt ist eine geplante Erkundungsbohrung „Petersdorf 2“ in St. Marein bei Graz vorgesehen, deren Start für das vierte Quartal 2026 geplant ist. Die Vorbereitungsarbeiten sollen im September 2026 beginnen, der Bohrbeginn selbst ist derzeit für Ende dieses Jahres angesetzt. Der genaue Start ist von der Erteilung der notwendigen Genehmigungen und dem Abschluss der Errichtung des Bohrplatzes abhängig. Bohrung und anschließende Testphase werden rund drei bis vier Monate in Anspruch nehmen und wichtige Erkenntnisse über das geothermische Potenzial sowie die geologischen Rahmenbedingungen liefern.

Bei positiven Ergebnissen umfasst die nächste Investitionsentscheidung die Errichtung einer ersten Geothermiedublette – bestehend aus einer Produktions- und einer Injektionsbohrung – inklusive umfassender Tests. Parallel dazu sind zwei weitere Bohrungen geplant, um die Umsetzbarkeit eines Aquifer Thermal Energy Storage (ATES) zu prüfen, der überschüssige Wärme im Untergrund speichert und saisonal verfügbar macht. In diesem Zeitraum würden auch Planung und Terrassierung der Pipeline nach Graz vorangetrieben. Energie Steiermark bringt ihre umfassende Expertise in Infrastruktur, Systemintegration und Wärmevertrieb in das Projekt ein und leistet einen zentralen Beitrag im Projekt „Tiefenkraft“ entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Neben der Beteiligung am Joint Venture verantwortet das Unternehmen insbesondere den Bau und Betrieb der rund 20 Kilometer langen Fernwärme-Transportleitung und steuert somit die technische Umsetzung zur langfristigen Integration der geothermischen Energie in die regionale Wärmeversorgung.

Die Entscheidung zur Umsetzung des Gesamtprojekts – einschließlich aller Produktions- und Injektionsbohrungen, des Baus der Pipeline zur Anbindung an das Fernwärmenetz sowie der Installation der Oberflächenanlagen (z. B. Pumpenhaus) – wird im Anschluss an die umfassenden Tests getroffen. Der gesamte Prozess – von den ersten Messungen bis zur Inbetriebnahme – nimmt daher mehrere Jahre in Anspruch. Eine erste Wärmelieferung könnte im Jahr 2030 erfolgen.

"Tiefenkraft" - ein Projekt von OMV und Energie Steiermark.

Martin Graf und Werner Ressi, Vorstand der Energie Steiermark

Foto: © Energie Steiermark

 

Martin Graf und Werner Ressi, Vorstands-Team der Energie Steiermark: „Mit ‚Tiefenkraft‘ setzen wir gemeinsam mit OMV einen entscheidenden und zukunftsweisenden Schritt für die Wärmeversorgung in der Steiermark. Dieses Projekt steht für das größte Einzelinvestment in der Geschichte der Energie Steiermark und vereint die Kompetenzen zweier starker Partner entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die Nutzung von Tiefengeothermie ist ein zentraler Baustein für die Wärmewende und ermöglicht es, einen wesentlichen Teil der Grazer Fernwärme künftig klimafreundlich und regional bereitzustellen.“

„Tiefenkraft“ basiert auf der engen Zusammenarbeit der beiden Unternehmen, die ihre komplementären Stärken gezielt einbringen: OMV verfügt über umfassende Expertise in Geologie, Bohrtechnik sowie in der Entwicklung von Untergrund- und Oberflächenprojekten, während Energie Steiermark ihre Kompetenz in regionaler Energieinfrastruktur und Systemintegration einbringt. Das gemeinsame Vorhaben sowie die bisherigen und geplanten Meilensteine in der Steiermark unterstreichen die Bedeutung der Tiefengeothermie als Schlüsseltechnologie für eine nachhaltige Wärmeversorgung.

Gemeinsam decken die Partner die gesamte Wertschöpfungskette ab – von der Erkundung des Untergrunds bis zur Integration der gewonnenen Energie in das bestehende Energiesystem. Die Zusammenarbeit folgt einer klaren industriellen Logik mit definierten Verantwortlichkeiten. Die Umsetzung erfolgt über eine gemeinsame Entwicklungsgesellschaft, an der OMV mit 75 % und Energie Steiermark mit 25 % beteiligt sind. Der Bau der Transportleitung (Investitionsvolumen rd. 150 Mio. Euro) liegt zu 100 % im Verantwortungsbereich der Energie Steiermark.

Gemeinsam decken die Partner die gesamte Wertschöpfungskette ab – von der Erkundung des Untergrunds bis zur Integration der gewonnenen Energie in das bestehende Energiesystem. Die Zusammenarbeit folgt einer klaren industriellen Logik mit definierten Verantwortlichkeiten. Die Umsetzung erfolgt über eine gemeinsame Entwicklungsgesellschaft, an der OMV mit 75 % und Energie Steiermark mit 25 % beteiligt sind. Der Bau der Transportleitung (Investitionsvolumen rd. 150 Mio. Euro) liegt zu 100 % im Verantwortungsbereich der Energie Steiermark.

Martin Graf und Werner Ressi, Vorstand der Energie Steiermark

2025 brachte neuen Rekord bei Investitionen: Über 350 Mio. EUR für Stärkung der Steiermark

Trotz der anhaltenden Nahost-Krise profitieren Kundinnen und Kunden seit 1. Juni von einer weiteren deutlichen Strompreissenkung um 17 Prozent. Gleichzeitig legt das Unternehmen wirtschaftlich zu: Das operative Ergebnis (EBIT) stieg um 8 Prozent auf 122,9 Millionen Euro. Auch das Land Steiermark erhält eine höhere Dividende – sie steigt von 70 auf 75 Millionen Euro.

 

Die Energie Steiermark hat 2025 mit über 350 Mio. EUR das bislang umfangreichste Investitionsprogramm in der Geschichte des Unternehmens umgesetzt. Dabei standen Erzeugungsprojekte im Bereich Erneuerbare Energie und der Ausbau der Netze im Vordergrund. „Ein klares Signal, dass unser Unternehmen einer der größten Impulsgeber für Wirtschaft und Arbeitsmarkt im Süden Österreichs ist“, so das Vorstands-Team Martin Graf und Werner Ressi bei der heutigen Bilanz-Präsentation. Trotz eines leichten Umsatzrückganges von 2.191,9 Mio. EUR (2024) auf 2.141,2 Mio. EUR konnte das operative Ergebnis (EBIT) mit 122,9 Mio. EUR (2024: 113,6 Mio. EUR) auf stabilem Niveau gehalten werden. Damit bestätigt die Energie Steiermark ihre wirtschaftliche Stabilität und Ertragskraft. „Wir befinden uns mitten in einem von Unsicherheiten und strukturellen Veränderungen geprägten Marktumfeld, unsere strategischen Entscheidungen sind daher auf eine Reduzierung der Import-Notwendigkeiten und das Thema Nachhaltigkeit fokussiert,“ so Graf und Ressi. Die Bilanzsumme der Energie Steiermark stieg 2025 auf 4.678,2 Mio. EUR an (2024: 4.461,6 Mio. EUR), mit einem Eigenkapital von 2.004,5 Mio. EUR (2024: 1.901,2 Mio. EUR) und einer Eigenkapitalquote von 42,8% (2024: 42,6%) konnte der Konzern seine starke Bonitätsposition weiter festigen. An das Land Steiermark als Eigentümer wird für 2025 eine Dividende von insgesamt 75 Mio. EUR (2024: 70 Mio. EUR) ausgeschüttet.

Investitionen von rund 6 Milliarden

Parallel dazu hat die Energie Steiermark 2025 konsequent Maßnahmen zur Entlastung ihrer Kund:innen gesetzt und im Herbst des vergangenen Jahres den Strompreis um 25 Prozent gesenkt. „Unsere Offensive für ein Upgrade der steirischen Energie-Infrastruktur geht jedenfalls auch in den kommenden Jahren mit hohem Tempo weiter“, so Graf, „bis 2035 planen wir Investitionen von insgesamt rund 5,8 Mrd. EUR, die den Standort entscheidend positiv prägen werden“. Dabei hat neben der Errichtung weiterer Erzeugungsanlagen vor allem auch die Aufrüstung und Modernisierung des über 30.000 Kilometer langen Stromnetzes höchste Priorität. „Die Absicherung der Finanzierung dieser Projekte ist neben den legistischen Rahmenbedingungen eine Schlüssel-Frage der Zukunft“.  

Aktuell wird vor allem auch der Ausbau der Windenergie mit Hochdruck vorangetrieben: Derzeit sind mit dem Projekt Freiländeralm II, Leistung: 105 Megawatt (MW) und dem Windpark Soboth-Eibiswald (Leistung: 96 MW) zwei Groß-Anlagen in Umsetzung: Die Bauarbeiten laufen auf Hochtouren, noch heuer gehen Windkraftanlagen auf der Freiländeralm in Betrieb, nur ein Jahr später jene auf der Soboth. Die Vorbereitungen für das Windkraft-Projekt auf der Stubalm (Leistung: 60 MW) sind im Gange, die Anlagen sind bereits genehmigt, für die Errichtung der Strom-Ableitung in das nahegelegene Umspannwerk gibt es noch ein Behörden-Verfahren.

Allein das Investitionsvolumen für diese drei Windparks beläuft sich auf fast 500 Mio. EUR. Das neue „Sachprogramm Wind“ des Landes Steiermark öffnet für die Nutzung weiterer Potentiale vielversprechende Chancen. Gute Nachrichten auch aus dem Bereich der Wasserkraft: Seit wenigen Wochen liegt die UVP-Genehmigung für die Errichtung des Murkraftwerkes Leoben-Ost vor. Eine Inbetriebnahme ist bereits 2030 vorgesehen. Die entsprechenden ökologischen Vorbereitungsarbeiten für das 60 Mio. EUR-Projekt (es wird gemeinsam mit VERBUND umgesetzt) sind bereits voll angelaufen.

Energie voraus mit Photovoltaik und Wasserstoff

Im Bereich der Großflächen-Photovoltaik gingen 2025 der 20 Hektar große PV-Park in Dobl-Zwaring sowie der PV-Park Prank Strelli in St. Marein-Feistritz mit 4 Hektar in Betrieb. „Photovoltaik spielt beim Ausbau der erneuerbaren Energie eine zentrale Rolle. Unsere Sonnenstrom-Offensive sieht vor, in den kommenden Jahren 300 Megawatt Leistung zu installieren. Genug, um über 100.000 Haushalte ausschließlich mit Sonne zu versorgen“, so Graf und Ressi.

Zusätzlich wurde 2025 eine eigene „Wasserstoff-Gesellschaft“ gegründet, um die Grüne-Gase-Aktivitäten in diesem Zukunfts-Bereich zusammenzuführen und in enger Kooperation mit der Industrie zu entwickeln. „Wir sehen vor allem unser Team, das in allen Regionen der Steiermark engagiert im Einsatz ist, als Grundlage für den Unternehmenserfolg“, so Graf und Ressi. Die Anzahl der Mitarbeiter:innen wurde 2025 auf 2.288 (2024: 2.198) erhöht. „Die Energie Steiermark ist nicht nur für die Energieversorgung der Steirerinnen und Steirer und auf Grund ihres Beitrages zum Landesbudget von großer Bedeutung für das Zukunftsland Steiermark. Sie ist vor allem auch ein entscheidender Faktor für die heimische Wirtschaft. Die Versorgung mit Energie ist ein zentraler Schlüssel, um als Standort international konkurrenzfähig zu sein. Das ist gerade in den vergangenen Wochen wieder mehr als deutlich geworden und für die Steiermark mit ihren vielen energieintensiven Unternehmen besonders wichtig.

Für sie ist die Energie Steiermark mit ihren über 2.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein bedeutender und verlässlicher Partner. Durch die getätigten Investitionen des Unternehmens im Ausmaß von über 350 Millionen Euro wurde diese Rolle im vergangenen Jahr weiter gestärkt“, so Wirtschafts- und Finanzlandesrat Willibald Ehrenhöfer.

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  • Dieser Inhalt ist: Redaktioneller Beitrag
Letzte Änderung am Sonntag, 19 Juli 2026 09:09

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