Bauern fürchten um ihre Zukunft

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Der 12-Stunden-Tag bringt steirische Bauern in Bedrängnis. Andreas Mekis, Vorsitzender der SPÖ Bauern Graz-Umgebung/Voitsberg, befürchtet starke negative Auswirkungen auf Nebenerwerbsbauern durch die von ÖVP und FPÖ beschlossene Arbeitszeitverlängerung.

Rund 36.000 landwirtschaftliche Betriebe zählt die Steiermark. Gut zwei Drittel davon werden von sogenannten „Nebenerwerbsbauern“ geführt. Neben ihrer herausfordernden Tätigkeit als Landwirte sind sie als unselbstständig Erwerbstätige beschäftigt. Mit 1. September trat nun das neue Arbeitszeitgesetz in Kraft und stellt rund 22.000 steirische Nebenerwerbsbauern vor große Probleme.

„Um Beruf und Landwirtschaft unter einen Hut zu bringen, ist eine gute Vorausplanung unabdingbar. Durch das neue Arbeitszeitgesetz geht aber genau diese Planbarkeit verloren.", zeigt sich Mekis verärgert darüber, dass diese Problematik weder von FPÖ noch ÖVP im Vorfeld der Gesetzgebung erkannt wurde.

„Wann die Tiere zu füttern, die Kühe zu melken sind und die Ernte einzubringen ist, muss genau mit dem Beruf koordiniert und abgestimmt werden. Bei einem 12-Stunden-Tag werden sich die anfallenden landwirtschaftlichen Aufgaben – wie die tägliche Stallarbeit - mit dem Beruf nicht mehr vereinbaren lassen. Die Nebenerwerbslandwirte sind dann gezwungen, sich zwischen Beruf und Landwirtschaft zu entscheiden“, so der Vorsitzende der SPÖ Bauern Graz-Umgebung/Voitsberg weiter.

Die Doppelbelastung von Landwirtschaft und Berufstätigkeit bringe viele Familienbetriebe bereits jetzt an die Grenzen der Belastbarkeit. Für die SPÖ-Bauern ist es daher unbegreiflich, dass es diesen Betrieben nun noch schwerer gemacht werden soll. „Auf diese berechtigten Sorgen und Zukunftsängste der Bauern geht die Bundesregierung nicht einmal ansatzweise ein“, bedauert Andreas Mekis die Haltung von ÖVP und FPÖ.

„Wenn dadurch immer mehr Klein- und Mittelbetriebe zusperren müssen und durch Konzernlandwirtschaften ersetzt werden, geht ein wichtiges Stück heimischer Kultur und Tradition verloren. Die Auswirkungen werden aber nicht nur die Bauern selbst spüren. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Dörfer und Städte werden beim Einkauf am Bauernmarkt relativ schnell das schwindende Angebot von hochwertigen Lebensmitteln erkennen und beim Wandern über verwilderte Almen feststellen, dass sich etwas verändert hat. Wir laufen Gefahr, dass kommende Generationen den Bezug zu landwirtschaftlichen Erzeugnissen gänzlich verlieren. Das ist nicht die Zukunft, die wir für unsere Kinder schaffen wollen“, betont Andreas Mekis abschließend.

Für ein gutes und erfülltes Leben

LH-Stellvertreter Michael Schickhofer stellt sich gegen den von der Bundesregierung eingeführten 12-Stunden-Tag. Für ein erfülltes Leben und für das Lebensglück der Steirerinnen und Steirer sind viele Faktoren entscheidend. Besonders für Familien ist das der Ausgleich zwischen Familienleben, Arbeit und Freizeit.

Für ein geregeltes Familienleben braucht es Planbarkeit, damit sich die Eltern um ihre Kinder kümmern können, mit ihnen auf den Sportplatz gehen können, zur Feuerwehrübung oder zur Musikkapellenprobe gehen können. Genau dieses Lebensglück ist jetzt aber bedroht. Der 12-Stunden-Tag und die 60-Stunden-Woche der schwarz-blauen Bundesregierung nehmen vielen arbeitenden Steirerinnen und Steirern das letzte Stück Planbarkeit.

Michael Schickhofer: Mehr Zeit für Familie und Privatleben – statt Hackeln bis zum Umfallen!

Der Druck auf viele Arbeiterinnen und Arbeiter sowie Angestellte wird deutlich zunehmen. Die Sozialdemokratie steht seit jeher für Aufstieg durch Leistung und für ein soziales und faires Miteinander im Land.

Acht Stunden Arbeit, acht Stunden Freizeit, acht Stunden Schlaf und damit ein geregeltes Alltagsleben wird jetzt aber für viele Menschen in unserem Land in weite Ferne rücken. Besonders im Handel bringt der 12-Stunden-Tag von Schwarz-Blau viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in eine unglaublich schwierige Situation. Familie, Beziehung, Freunde, Privatleben und Ehrenamt brauchen Planbarkeit. Die steirische Sozialdemokratie mit LH- Stellvertreter Michael Schickhofer an der Spitze plädiert für ein freiwilliges Modell 30:30, wonach Männer und Frauen je 30 Stunden im Erwerbsleben stehen und sich gemeinsam um die Kinder kümmern - als Gegenmodell zur schwarz-blauen 60-Stunden-Woche. Die steirische SPÖ wird daher Seite an Seite mit den arbeitenden Menschen im Land gegen die 60-Stunden-Woche kämpfen, um allen Steirerinnen und Steirern ein erfülltes und gutes Leben zu ermöglichen.

Vom Doppel-Budget bis zum Tierschutz

Weitere Initiativen in Sachen E-Mobilität, ein Tierschutzpreis sowie das Doppel-Budget: Für Landesrat Anton Lang gibt es in seinem Mega-Ressort auch im kommenden Polit-Herbst viel zu tun.

Herr Landesrat, machen wir eine kleine inhaltliche Reise quer durch Ihre Ressorts und beginnen dabei mit dem Straßenbau. Was wurde realisiert bzw. was ist noch geplant?

Wir realisieren heuer rund 130 Bau- bzw. Sanierungsvorhaben im über 5.000 km langen steirischen Landesstraßennetz, wofür den weiß-grünen Straßen jüngst auch ein sehr gutes Zeugnis ausgestellt wurde. Für Sanierungs- bzw. Instandhaltungsmaßnahmen sind heuer rund 50 Mio. Euro, für Neubauten 30 Mio. Euro budgetiert. Diese Investitionen stärken nicht nur die regionalen Wirtschaftsstandorte, sondern sie sichern auch heimische Arbeitsplätze.

Bleiben wir auf den Straßen: Als Verkehrs- und Umweltreferent ist Ihnen auch der Bereich der E-Mobilität ein wichtiges Anliegen. Warum?

Sogar die internationalen Automobilhersteller wie VW sind sich sicher, dass bis 2025 auch bei uns jedes vierte neu zugelassene Auto ein E-Fahrzeug sein wird. Mit der Landesstrategie E-Mobilität und der damit verbundenen Förderung über 5.000 Euro für die Anschaffung eines privaten E-Autos schaffen wir von Seiten der Politik die optimalen Voraussetzungen für die Mobilitätswende. Ferner setzen wir mit einer weiteren Autotest-Aktion und mit der erfolgreichen Aktion „Meine Luft - Reine Luft“ einmal mehr wichtige Akzente in Sachen Luftreinhaltung.

Viel los im Mega-Ressort von Landesrat Anton Lang. FOTO: Land Steiermark

Was ist im Öffentlichen Verkehr geplant?

Wir investieren auch weiterhin in die Attraktivierung des Öffentlichen Verkehrs und in den Ausbau des Radwegenetzes im Sinne von Luftreinhaltung, Umweltschutz und Stauproblematik. Die S-Bahn Steiermark, die seit ihrem Start vor zehn Jahren ein Fahrgast-Plus von 60 Prozent verzeichnet, ist dabei ein wichtiger Faktor. Darüber hinaus erhalten Regionen abseits der Bahn mithilfe des verbesserten RegioBus-Steiermark-Netzes eine ähnlich gute Anbindungsqualität wie die steirischen S-Bahnstrecken. Meine Vision ist es nämlich, dass es in Zukunft - in Kombination mit dem „Mikro-ÖV“ - in Sachen Öffis keine weißen Flecken in der Steiermark mehr gibt.

In Ihr politisches Aufgabengebiet fällt auch der Tierschutz. Was steht hier auf dem Programm?

Mit dem Tierschutzpreis für Private, der Anfang Oktober verliehen wird, holen wir bereits zum zweiten Mal private Tierschützer vor den Vorhang, die mit viel Herzblut und Engagement Tierleid in unserem Land bekämpfen. Abseits dessen trete ich für harte Kontrollen und empfindliche Strafen bei Tiertransporten ein, die nicht im Sinne des Tierwohls durchgeführt werden und habe die Bundesregierung unter ihrem EU-Ratsvorsitz aufgefordert, Tiertransporte zur Schlachtung außerhalb der EU-Grenzen zu unterbinden.

Wie steht es um die Finanzen?

Das Doppel-Budget des Landes wurde gemeinsam mit unserem Koalitionspartner ÖVP auf Schiene gebracht. Der Entwurf wurde bereits von der Landesregierung beschlossen und wird nun dem Landtag übermittelt

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  • Dieser Inhalt ist: Redaktioneller Beitrag
Letzte Änderung am Dienstag, 18 September 2018 08:45

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